orig. Color Advertising Metropolis Harbou Weimann Science Fiction Silent Film UFA 1926

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orig. Color Advertising Metropolis Harbou Weimann Science Fiction Silent Film UFA 1926:
$3297.24
Zum Erscheinen des Romans von Thea v. Harbou im Dezember 1926.
August Scherl G.m.b.H. Berlin SW 68.
Auf dunkelbraunem Karton aufgezogen.
Mit der extrem seltenen Illustration von Walter Reimann (1887-1936).
In leicht anderer Variante als auf dem Schutzumschlag der Originalausgabe (Erstausgabe, 1.-10. Tsd.).
Karton auf der Rückseite mit aufgeklebter Originalvignette der 6. Jahresschau Deutscher Arbeit „Das Papier“ Dresden 1927 (entworfen von dem Gebrauchsgrafiker Willy Petzold, 1885-1978).
Größe 290 x 365 mm.
Mit minimalen Alterungs- und Gebrauchsspuren, sonst sehr guter Zustand.
100% guarantee of authenticity - not a reproduction, not a reprint!
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Geboren am 2. Juni 1887 in Berlin; gestorben am 8. November 1936 in Berlin. Er wirkte am Film Das Cabinet des Dr. Caligari (erschienen Februar 1920) mit. Dieser wurde berühmt durch einen außergewöhnlichen, neuartigen Stil, der gemalte und gebaute, grotesk verzerrte Kulissen mit kontrastreicher Beleuchtung und gemaltem Licht und Schatten kombinierte, weshalb er häufig als Musterbeispiel des expressionistischen Films bezeichnet wird. Die Bauten des Films stammten von Reimann sowie von Hermann Warm (1889–1976) und Walter Röhrig (1892–1945). Sein künstlerischer Nachlass liegt im Deutschen Filmmuseum in Frankfurt am Main.Filmografie (Auswahl)1919: Die Pest in Florenz – Bauten1920: Der Menschheit Anwalt – Bauten1920: Das Cabinet des Dr. Caligari, Regie: Robert Wiene – Kostüme, Bauten1920: Algol. Tragödie der Macht, Regie: Hans Werckmeister – Bauten1922: Vanina – Bauten1922: Herzog Ferrantes Ende – Bauten und Kostüme1922: Der falsche Dimitry – Bauten, Ausstattung und dekorative Einrichtungen1923: Nora - Bauten1923: Die grüne Manuela – Bauten1923: S.O.S. Die Insel der Tränen - Bauten1927: Der letzte Walzer - Bauten1929: Der König der Bernina (Eternal Love) - Bauten1932: Unheimliche Geschichten – Bauten1934: Elisabeth und der Narr – Drehbuch1936: Das Mädchen Irene – BautenThea Gabriele von Harbou (* 27. Dezember 1888 in Tauperlitz, † 1. Juli 1954 in Berlin) war eine deutsche Theater-Schauspielerin, Drehbuchautorin und Schriftstellerin. Sie schrieb die Drehbücher zu einigen der bekanntesten deutschen Stummfilme und führte selbst auch zweimal Regie. Harbou ist nach Leni Riefenstahl eine der bedeutendsten Frauen des frühen deutschen Films und beinahe ebenso umstritten.LebenThea von Harbou, die ihre ersten literarischen Gehversuche schon in früher Jugend unternahm, wurde eine der bekanntesten Unterhaltungsschriftstellerinnen des späten Kaiserreiches und der Weimarer Republik. Ihre Schauspielkarriere führte sie u. a. an Theater in Aachen, Chemnitz, Düsseldorf und München.Sie begann ihre Arbeit beim Film als Drehbuchautorin nach dem Ersten Weltkrieg und entwickelte sich schnell zur bedeutendsten Vertreterin ihrer Branche. Sie schrieb für Joe May, Carl Theodor Dreyer, Arthur von Gerlach, Friedrich Wilhelm Murnau und Fritz Lang. Von 1914 bis 1921 war sie mit dem Schauspieler Rudolf Klein-Rogge verheiratet. Bereits 1918 trennte sie sich von ihm, unterstützte ihn jedoch weiterhin durch die Verschaffung von Engagements in ihren Filmen. Klein-Rogge übernahm die Hauptrolle in dem Zweiteiler Dr. Mabuse, der Spieler (1921), zu dem Harbou das Drehbuch verfasste. Im August 1922 heiratete Harbou Fritz Lang, den Regisseur dieses Films, den sie schon 1919 durch ihre Drehbuchtätigkeit kennengelernt hatte und schrieb von nun an alle seine Drehbücher bis zu dessen Emigration 1933. Als weitere, auch heute noch bekannte, gemeinsame Filmprojekte sind der Zweiteiler Die Nibelungen (1924) oder M – Eine Stadt sucht einen Mörder (1931) zu nennen. Eingeschrieben in das kollektive Gedächtnis hat sich Thea von Harbou aber v.a. mit dem - trotz der sensationellen Wiederentdeckung eines Großteils bisher fehlender Szenen in Buenos Aires - Fragment bleibenden Metropolis, des bisher einzig in das Weltdokumentenerbe der UNESCO aufgenommenen Films, für den sie parallel zu ihrem gleichnamigen Roman das Drehbuch verfaßte.Die Arbeitsgemeinschaft Fritz Lang/Thea von Harbou hielt zwar bis zum Jahr 1933, die Ehe brach aber viel früher auseinander. Ein Auslöser für die Trennung war die Liaison von Fritz Lang mit der Schauspielerin Gerda Maurus. Zudem lernte Thea von Harbou beim Schnitt des Films Das Testament des Dr. Mabuse den Inder Ayi Tendulkar kennen, mit dem sie in den folgenden Jahren zusammenlebte. Die Scheidung von Lang und Harbou erfolgte im April 1933. Harbou versuchte sich 1933 und 1934 bei zwei Filmen Regisseurin (Hanneles Himmelfahrt und Elisabeth und der Narr), kehrte jedoch zu ihrem eigentlichen Metier zurück. In der NS-Zeit war sie eine vielbeschäftigte Autorin. Nach kurzer Internierung 1945 im Zuge der Entnazifizierung war sie ab 1948 in Deutschland wieder für den Film im Bereich Synchronisation ausländischer Filme tätig.Bei einer Wiederaufführung eines auf ihrem Drehbuch basierenden Filmes stürzte sie im Jahr 1954 beim Verlassen des Kinos unglücklich. An den Folgen des Sturzes starb sie am 1. Juli 1954 in Berlin und wurde auf dem Friedhof Heerstraße beerdigt.Werke (Auswahl)Drehbücher1920 Das wandernde Bild, Fritz Lang 1921 Das indische Grabmal (2 Teile), Joe May 1921 Der müde Tod, Fritz Lang 1922 Der brennende Acker, Friedrich Wilhelm Murnau 1922 Dr. Mabuse, der Spieler, Fritz Lang 1922 Phantom, Friedrich Wilhelm Murnau 1923 Die Austreibung, Friedrich Wilhelm Murnau 1924 Die Nibelungen, Fritz Lang 1924 Die Finanzen des Großherzogs, Friedrich Wilhelm Murnau 1924 Michael, Carl Theodor Dreyer 1925 Zur Chronik von Grieshuus, Arthur von Gerlach 1926 Metropolis, Fritz Lang 1928 Spione, Fritz Lang 1929 Frau im Mond, Fritz Lang 1930 M - Eine Stadt sucht einen Mörder, Fritz Lang 1932 Das Testament des Dr. Mabuse, Fritz Lang (nach dem Roman Dr. Mabuses letztes Spiel von Norbert Jacques; 1932 geschrieben, aber erst 1950 publiziert) 1932 Das erste Recht des Kindes, Fritz Wendhausen 1935 Ein idealer Gatte, Herbert Selpin 1935 Der alte und der junge König, Hans Steinhoff 1937 Der zerbrochene Krug, Gustav Ucicky 1937 Der Herrscher, Veit Harlan 1938 Jugend, Veit Harlan 1941 Annelie, Josef von Báky 1945 Das Leben geht weiter, Wolfgang Liebeneiner 1948 Fahrt ins Glück, Erich Engel RomaneDie nach uns kommen (Ein Dorfroman). Stuttgart, Berlin 1910 Der Krieg und die Frauen. Stuttgart, Berlin 1913 Die Masken des Todes. Stuttgart, Berlin 1915 Der unsterbliche Acker. Ein Kriegsroman. Stuttgart, Berlin 1915 Die Flucht der Beate Hoyermann. Berlin 1916 Der belagerte Tempel. Berlin, Wien 1917 Adrian Drost und sein Land. Berlin, Wien 1918 Das indische Grabmal. Berlin u. Wien: Ullstein 1918 Das indische Grabmal. Frankfurt am Main: Fischer 1986. (= Bibliothek der phantastischen Abenteuer. Fischer Taschenbuch 2705) Legenden. Berlin 1919 Die unheilige Dreifaltigkeit. Heilbronn 1920 Das Haus ohne Tür und Fenster. Berlin 1920 Das Nibelungenbuch. Mit 24 Bildtafeln aus dem Decla-Ufa-Film "Die Nibelungen". München: Drei-Masken-Verlag 1924 Die Insel der Unsterblichen. Berlin 1926 Metropolis. Berlin 1926 Metropolis. Roman. Hrsg. mit einem Nachwort von Herbert W. Franke. Frankfurt/M. u.a.: Ullstein 1984. (= Ozeanische Bibliothek; UTB 20447) Mann zwischen Frauen. Novellen Leipzig 1927 Frau im Mond. Berlin 1928 Frau im Mond. Hrsg. von Rainer Eisfeld. München: Heyne 1989 (= Heyne SF 4676) Spione. Berlin 1928 Liebesbriefe aus St. Florin. Leipzig 1935 Aufblühender Lotus. Berlin 1941 Gartenstraße 64. Berlin 1952Metropolis ist einer der bekanntesten Sciencefiction-Filme der Filmgeschichte und zugleich einer der visuell einflussreichsten Stummfilme. Die Uraufführung fand am 10. Januar 1927 in Berlin statt. Der Film wurde damals kein kommerzieller Erfolg. Auch eine im selben Jahr herausgebrachte umgearbeitete und gekürzte zweite Fassung (Premiere am 25. August 1927 in Stuttgart und München) fand kein Publikum. Die filmhistorische Bedeutung von Metropolis ergab sich erst in späteren Jahrzehnten. Mit 5 Millionen Reichsmark Produktionskosten war Metropolis der bis dahin teuerste Film der deutschen Filmgeschichte. Durch den ausbleibenden Erfolg wurde die Ufa vorübergehend ruiniert.HandlungIn einer überdimensionierten und technisch entfesselten Stadt namens Metropolis leben die einzelnen Gesellschaftsschichten voneinander völlig getrennt. Die Oberschicht genießt paradiesische Lebensverhältnisse und gibt sich in einem „Yoshiwara“ genannten Amüsierviertel rauschhaften Vergnügungen hin. Im „Klub der Söhne“ lebt die junge Elite in absolutem Luxus, während die gewöhnlichen Arbeiter im Untergrund der Stadt hausen und in Zehnstundenschichten an überdimensionalen Maschinen schuften müssen. Das Hirn von Metropolis ist Joh Fredersen, der aus seiner Steuerungszentrale im „Neuen Turm Babel“ die Stadt steuert und überwacht. Sein Sohn Freder Fredersen trifft eines Tages auf Maria, eine geheimnisvolle Frau aus der Unterstadt, und verliebt sich in sie. Auf der Suche nach Maria erlebt er die Not der Arbeiter im Untergrund der Stadt und versucht erfolglos, seinen Vater von dessen hartherzigen und ausbeuterischen Regiment abzubringen. Gemeinsam mit dem von Fredersen entlassenen Josaphat und dem Arbeiter „11811“ plant er, eine Initiative zur Änderung der Verhältnisse in Metropolis zu beginnen. Doch „der Schmale“, ein Agent von Joh Fredersen, treibt „11811“ in die Unterstadt zurück und vertreibt Josaphat mit Gewalt aus Metropolis.Maria verkündet den Arbeitern in konspirativen, gottesdienstgleichen Sitzungen in den Katakomben der Stadt die baldige Ankunft eines „Mittlers“, der eine Brücke zwischen Hirn (Führungsschicht von Metropolis) und Händen (Arbeiterschaft) bauen wird. Joh Fredersen sieht durch den Einfluss Marias auf die Arbeiter die Gefahr einer Revolte und weist den Erfinder Rotwang an, einem Maschinen-Menschen das Antlitz Marias zu geben, damit dieser die Arbeiter beeinflusse. Fredersen und Rotwang verbindet eine besondere Beziehung. Einst hat Joh Fredersen dem Erfinder dessen geliebte Frau Hel genommen. Bei der Geburt von Freder war sie gestorben. Mit dem Maschinenmenschen will Rotwang sich nun seine Hel neu erschaffen. Aus Rache hintertreibt er Joh Fredersens Plan und bringt den Maschinenmenschen dazu, die Arbeiter in der Gestalt Marias zu einer Revolte aufzuhetzen. Der Mob stürmt die unterirdischen Fabriken und zerstört dabei auch die für Metropolis lebenswichtige Herz-Maschine, woraufhin die Wohnquartiere der Arbeiter im Untergrund der Stadt überflutet werden. Der echten Maria gelingt es aber, zusammen mit Freder Fredersen und Josaphat, der zurückgekehrt ist, die Kinder der Arbeiter im letzten Moment vor dem Ertrinken zu retten und im „Club der Söhne“ in Sicherheit zu bringen.Grot, dem Werkmeister der Herz-Maschine, gelingt es, die revoltierenden Arbeiter zur Besinnung zu bringen. Sie erkennen die ausgelöste Katastrophe und wähnen ihre Kinder ertrunken. Nun wendet sich die Wut gegen die vermeintliche Anstifterin Maria. Der Maschinen-Mensch mit Marias Gestalt wird eingefangen und auf einem Scheiterhaufen vor der Kathedrale verbrannt. Zeitgleich wird die echte Maria von Rotwang gejagt und aufs Dach der Kathedrale gehetzt. Der Erfinder ist wahnsinnig geworden und sieht in Maria seine Hel vor sich. Freder Fredersen rettet Maria und liefert sich einen finalen Kampf mit Rotwang.Unter dem Motto „Der Mittler zwischen Hirn und Händen muss das Herz sein“ versöhnen sich anschließend der Fabrikant Joh Fredersen und die Arbeiterschaft durch Freders Vermittlung.Thema und InterpretationenFritz Lang hat oft und gern behauptet, bei seiner Amerikareise im Oktober 1924 habe er, das Schiff lag in der Nacht noch vor dem Hafen von New York, der Wolkenkratzer und beleuchteten Straßen ersichtig die Geschichte von Metropolis ersonnen. Nach seiner Rückkehr habe Thea von Harbou mit der Arbeit am Drehbuch begonnen. Die Eingebung kann sich höchstens auf die beim Dreh verwirklichten visuellen Ideen, nicht jedoch auf das Drehbuch beziehen, da dieses nachweislich schon im Juli 1924 der Fertigstellung nahe war. Von Harbou verfasste auch einen Roman, der auf der Filmhandlung basiert.Bei der Darstellung der Gesellschaftsordnung lehnt sich Metropolis einerseits an den Marxismus an; es gibt zwei scharf voneinander getrennte Klassen, wobei die eine die andere ausbeutet, und keinerlei Aufstiegschancen bestehen. Dass der Sinn mancher Maschinen nicht ersichtlich wird, steht für die Entfremdung von der Arbeit. Anderseits aber übt der Verlauf der Handlung klar Kritik an der Revolution, welche die Lebensgrundlage der unteren Klasse vernichtet. An den Nationalsozialismus wiederum erinnert die propagierte Zusammenarbeit der Klassen anstelle eines Klassenkampfes. Eine solche korporatistische Wirtschaftsstruktur entsprach dem Programm der NSDAP. Die Parabel vom Turmbau zu Babel wird abgeändert: In der hier gezeigten Variante sprachen die Planer und die Arbeiter dieselbe Sprache, aber verstanden einander nicht; es gibt auch keinen Gott. Dem christlichen Fundus entnommen ist die echte Maria, die das Gute personifiziert und die Ankunft eines Erlösers verkündigt.Fritz Lang bekannte später, dass er die Aussage, das Herz vermittle zwischen Hand und Gehirn, inzwischen für falsch halte und den Film deshalb nicht mehr möge. Das Problem sei ein soziales und kein moralisches. Obwohl die Kernthese von Hirn, Hand und Herz von Thea von Harbou stammt, sei er zu mindestens 50 Prozent dafür verantwortlich, da er den Film ja gedreht hatte. Nur war er als damals unpolitischer Mensch zu wenig an der Handlung und stattdessen mehr an der Technik und Architektur interessiert. Der Misserfolg des Werks beim zeitgenössischen Publikum kann auch damit erklärt werden, dass das entworfene soziale Bild dem damals kaum hinterfragten Fortschrittsglauben entgegensteht, technische Neuerungen determinierten eine humanere und zivilisiertere Gesellschaft. Science-Fiction war damals in der Regel positive Utopie, während bei Lang in der Zukunft die Sklavenheere aus biblischen Urzeiten wiederkehren. Die gigantischen Maschinen bringen der niederen Klasse ein unwürdigeres Leben, als sie es im vorindustriellen Zeitalter hatten. Die Menschenmasse ist mittels instinktiver Reflexe leicht manipulierbar, auch wird ein mittelalterlicher Ritus wie die Hexenverbrennung wieder praktiziert.Eine länger zurückliegende Zukunftsstudie wie Metropolis kann mit der Gegenwart verglichen werden, leicht lässt sich zeigen, was anders verlaufen ist als vorausgesehen: die soziale Differenzierung in der Wohlstandsgesellschaft; dass die führenden Funktionseliten oft größeren Stress leiden als einfache Arbeiter; die Tertiarisierung und der Wegzug der Industrie aus den Städten.Die Architektur im FilmDas Mittelalterliche der Handlung ist auch in den Baustilen präsent, der gotischen Kathedrale und Rotwangs Haus. Dessen Werkstatt gleicht mehr der Küche eines Magiers denn einem wissenschaftlichen Labor. Von der anfänglich verfolgten Idee, Rotwang gar Zauberkräfte zu verleihen, sind Lang und von Harbou mangels Mut wieder abgekommen. HintergrundDer vom 22. Mai 1925 bis 30. Oktober 1926 von Fritz Lang mit einem großen Aufwand an Technik und Darstellern verfilmte Stoff legt mehr Wert auf ästhetische Aspekte und die bildliche Inszenierung als auf die Handlung. Metropolis wird durch einen großen Aufwand an Statisten, Kulissen und durch eine beeindruckende Tricktechnik perfekt inszeniert. Neben der dystopischen Riesenstadt mit ihren Sklavenarbeitern wurden in Metropolis erstmals im Kino Roboter, Einschienenbahnen, Flugautos und Bildtelefon gezeigt. Die zwischen den Hochhäusern dahinströmenden Fahrzeuge wurden mittels Stop-Motion-Technik in Bewegung gebracht. Entwurf und Gestaltung der Bauten für die utopische Filmstadt erfolgte durch die Filmarchitekten Otto Hunte, Erich Kettelhut, Karl Vollbrecht und Walter Schultze-Mittendorf (Maschinenmensch und Skulpturen).Im Gegensatz zu der hervorragenden handwerklichen Filmarbeit geriet die Handlung nach dem Drehbuch von Thea von Harbou relativ kitschig und naiv. Trotz vernichtender Premierenkritik gilt Metropolis heute als ein Klassiker der expressionistischen Filmkunst.Trotz allen künstlerischen Lobes ist der Umgang von Lang mit den Darstellern kritisiert worden. Er war bei einer Szene, in der Gustav Fröhlich vor Brigitte Helm auf die Knie fällt, auch nach etlichen Wiederholungen noch immer nicht zufrieden. Sie wurde zwei Tage lang geübt und Fröhlich konnte danach kaum noch stehen. Für die Überflutungsszene kamen, im kühlen Herbst 1925, schlecht ernährte Kinder zum Einsatz. Im darauffolgenden Winter mussten im unbeheizten Studiohangar nackte Komparsen für die gleiche mehrfach wiederholte Aufnahme bereitstehen. Die Massenszene der überfluteten Stadt, die im Film ca. 10 Minuten einnimmt, hat über 6 Wochen Drehzeit in Anspruch genommen, in der Lang die Statisten wieder und wieder ins eiskalte Wasser jagte. Die Komparsen rekrutierten sich aus Arbeitslosen, die billig und in großer Zahl verfügbar waren.Das Filmteam verbrachte pro Tag 14 bis 16 Stunden im Studio unter schlechten Bedingungen; viele fielen wegen Krankheit aus. Unter der Tyrannei des ihnen verhassten Fritz Lang erging es den Komparsen und der Mannschaft nicht viel besser als den im Film zu sehenden babylonischen Sklaven, die für ein monumentales Kunstwerk des Herrschers schwer arbeiten und leiden mussten. Total kamen 27.000 Komparsen zum Einsatz, gedreht wurde an 310 Tagen und 60 Nächten.Langs Perfektionismus, aber auch schlechtes Wetter verlängerten die Produktion, welche die Kapazität der Ufa immer stärker absorbierte. Deren Geschäftsleitung machte den Produzenten Pommer allein für das Debakel verantwortlich und entließ ihn am 22. Januar 1926 noch vor Fertigstellung des Films.Zeitgenössische Rezeption und Kritik / ZitateMetropolis war 1927 ein kommerzieller Fehlschlag. Der Film wurde nach seiner Premiere im Ufa-Palast am Zoo im Ufa-Pavillon am Nollendorfplatz aufgeführt und zog dort bis Mai 1927 nur 15.000 Zuschauer an. Daraufhin verzichtete die Ufa auf die deutschlandweite Aufführung der Premierenfassung, zog den Film ein und brachte im Sommer eine umgeschnittene, stark gekürzte und inhaltlich abgewandelte Version heraus, die am 25. August 1927 in den Sendlinger-Tor-Lichtspielen in München und im Ufa-Palast Stuttgart Premiere hatte, aber ebenfalls nicht erfolgreich war. Die finanziell angeschlagene Ufa, die sich mit Metropolis einen Befreiungsschlag erhofft hatte, wurde wenige Monate später von Alfred Hugenberg übernommen.Die Kritik nach der Uraufführung im Januar 1927 war überwiegend negativ ausgefallen. Zwar wurden die filmischen Effekte und der technische Aufwand gelobt, das Drehbuch von Thea von Harbou fand aber keinen Anklang.„Thea von Harbou erfindet eine unmögliche Personenhandlung, die in den Motiven überstopft wird. (…) Immer wird mit Gefühlsphrasen gearbeitet. Schrecklich. Ein sachliches Thema grausam verkitscht. Effekte, nicht weil Weltanschauungen zu Explosionen drängen, sondern weil der Film seine Tricks will. Der Schluß, die tränenreiche Versöhnung von Arbeitgeber und Arbeitnehmer -- entsetzlich.“ (Berliner Börsen-Courier, 11. Januar 1927, Nachtausgabe)„Dem Regisseur schwebte scheinbar ein utopischer Film vor, der Tendenzen der Wirklichkeit enthalten sollte. Für jeden etwas: Der Bourgeoisie die ,Metropolis‘, für die Arbeiter den Sturm auf die Maschinen, für die Sozialdemokraten die Arbeitsgemeinschaft, für die Christlichen das ,Goldene Herz‘ und den Heilandsspuk. (…) Abgesehen von dem kitschigen Inhalt ist die filmtechnische Leistung zweifelsohne hervorragend und in ihrer Art bisher unerreicht. Die Illusion der Wolkenkratzerstadt, die Darstellung der Maschinenunterwelt, die ,Geburt‘ der Menschenmaschine, die Ueberschwemmung sowie einige der Massenszenen sind ausgezeichnet.“ (Die Rote Fahne, 12. Januar 1927)„Nimm zehn Tonnen Grausen, gieße ein Zehntel Sentimentalität darüber, koche es mit sozialem Empfinden auf und würze es mit Mystik nach Bedarf; verrühre das Ganze mit Mark (sieben Millionen) und du erhältst einen prima Kolossalfilm. (Simplicissimus Nr. 44/1927)“Umarbeitung und RekonstruktionMetropolis war bei seiner Premiere ca. 210 Minuten bzw. 4.189 Filmmeter lang. Nach dem Fehlstart des Films wurden 1927 im Auftrag des Parufamet-Verleihs wesentliche Teile der Handlung umgearbeitet und zahlreiche Szenen aus der Premierenfassung entfernt. Vorbild war eine Fassung, die bereits im Dezember 1926 in den USA hergestellt worden war. Die Paramount hatte das für den amerikanischen Markt gekaufte Negativ durch den Bühnenautor Channing Pollock nicht nur stark kürzen, sondern auch inhaltlich neu interpretieren lassen. Durch Auslassungen und neue Zwischentitel wurde in der Neufassung eine ganz andere Geschichte erzählt: Der Maschinenmensch wird von Rotwang im Auftrag von Fredersen erfunden, um die menschlichen Arbeiter zu ersetzen, was misslingt und die Revolte heraufbeschwört. Schlüsselszenen des Films, wie die spannungsgeladene Begegnung Fredersen-Rotwang wurden in einen neuen Kontext gestellt. Andere Handlungsstränge wurden vollständig entfernt, so z. B. fast alle im „Yoshiwara“ spielenden Szenen mit dem Arbeiter „11811“, die Zusammenkunft von Freder und Josaphat in dessen Wohnung, sowie die dortige Auseinandersetzung mit dem „Schmalen“. Als der Film nach seiner Umarbeitung im Sommer 1927 in Deutschland wieder in die Kinos kam, waren von den 4.189 Filmmetern der Premierenfassung nur noch 3.241 übrig. Die entfernten Fragmente sind verschollen. Ungefähr ein Viertel der ursprünglichen Länge von „Metropolis“ ist somit verloren. Laut Martin Koerber, der maßgeblich an der Rekonstruktion des Filmes beteiligt war, wurden im Jahre 1988 bei der Friedrich Murnau Stiftung in Wiesbaden 30 Originale Filmrollen mit Nitromaterial vernichtet. Davon wurden aber nur fünf Rollen vorher kopiert. Im Buch Metropolis - Ein filmisches Laboratorium der modernen Architektur wird darüber spekuliert, ob es sich dabei um das deutsche Originalnegativ handelte.Die bisher werkgetreueste und längste Rekonstruktion (die als Ergebnis einer aufwändigen Suche Fragmentfunde aus der ganzen Welt enthält) wurde im Februar 2001 von der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung in restaurierter Bild- und Tonqualität veröffentlicht und hat eine Gesamtlaufzeit von 147 Minuten. Ebenso wurden anhand der wiedergefundenen Partituren der Originalmusik fehlende Szenen durch Standbilder und Texttafeln ersetzt, um den in früheren Fassungen entstellten Sinn der Handlung wiederherzustellen. Ebenso war es möglich, die originale Schnittfolge und die Original-Filmmusik von Gottfried Huppertz zu rekonstruieren. Die Partitur fand sich bei der Witwe des Komponisten in einem oberbayrischen Gartenhaus. Die 1926 und 1927 aus der Handlung entfernten Szenen konnten im Zuge der Restaurierungsarbeiten jedoch nicht wiedergefunden werden und gelten als verschollen.Die von der Alpha-Omega digital GmbH rekonstruierte Fassung der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung ist von der UNESCO zum Weltdokumentenerbe erklärt worden (nicht zu verwechseln mit Weltkulturerbe).Bearbeitungen anderer KünstlerGroße Verbreitung fand die Version des Films, die vom Musiker Giorgio Moroder 1984 hergestellt wurde. Er machte aus dem Stummfilm einen monumentalen Videoclip mit Popmusik (u. a. von Freddie Mercury), eingefärbtem Bild und Beschleunigung des Schnitts, der „nur“ 87 Minuten dauerte. Der Film wurde gewissermaßen zum reinen Bilderbogen reduziert.Diese Fassung hatte großen Einfluss auf die beginnende Videoclip-Ära; als Beispiele seien Clips von Queen (Radio Ga Ga, 1984) und Madonna genannt, die direkt daraus zitieren.Der amerikanische Komponist Joe Brooks, (Oscar-Preisträger 1977 für die Filmmusik „You Light Up My Life“), bearbeitete zusammen mit Dusty Hughes Metropolis als Musical. Dieses wurde 1989 im Piccadilly Theatre in London uraufgeführt.Im Jahr 2000 veröffentlichte der US-Amerikaner Jeff Mills bei der Plattenfirma Tresor Records eine Techno-Version des Soundtracks. Jeff Mills gilt als einer der bekanntesten Techno-Produzenten.Andreas Otto und Jan Drees entwarfen für den Film einen eigenen Soundtrack, der analoge und digitale Klänge vermischt. Der argentinische Komponist Martín Matalón komponierte 1995 in Zusammenarbeit mit dem franz.IRCAM ( Institut de Recherche et Coordination Acoustique/Musique) die Filmmusik für 16 Musiker und Elektronik, welche mit der 1993 restaurierten Fassung aufgeführt wird.SonstigesIm November 2005 wurde das vom Grafiker Heinz Schulz-Neudamm gezeichnete Metropolis-Filmplakat in London für 398.000 Pfund Sterling (ca. 600.000 Euro) verkauft, der höchste bis dato gezahlte Preis für ein solches Poster.Für die Dreharbeiten kaufte die Ufa den bankrotten Rumpler-Werken die Restbestände des legendären futuristischen Tropfenwagens als Requisiten ab. Die Fahrzeuge sind gegen Ende des Films in einer Straßenszene zu sehen und wurden in der finalen Szene zerstört – sie dienten als Sockel des Scheiterhaufens, auf dem der Maschinen-Mensch verbrannt wird.Der kurz vor dem Ende stehende dramatische Kampf Freder – Rotwang im Dach der Kirche und auf dem Turm wurde 1989 von Tim Burton in Batman fast vollständig kopiert (Joker – Batman).Die Firma Strenco / Strausstoys stellt 2007 eine Lizenzierte Rekonstruierte Figur des Maschinenmenschen in einer limitierten AuFlage her. Hergestellt wird diese lebensgroße Replik (1,90 m) in Silber (original Version) und in Gold (G. Moroder 1983) Farbversion.Regie Fritz LangRegie-Volontär Slatan DudowDrehbuch Thea von Harbou; Fritz Lang (ungenannt)Stoff Thea von HarbouKamera Günther Rittau; Karl FreundKamera-Assistenz Robert Baberske; Günther Anders; H. O. Schulze2. Kamera Günther RittauOptische Spezialeffekte Eugen Schüfftan (Schüfftan-Verfahren); Ernst KunstmannTrick-Kamera Helmar Lerski (Schüfftan-Fotografie); Konstantin Tschet (Modellaufnahmen)Kamera (Sonstiges) Erich Kettelhut (Mal-Trick + Technische Beratung)Bauten Otto Hunte; Erich Kettelhut; Karl VollbrechtPlastiken Walter Schulze-MittendorffKostüme Änne WillkommSchnitt Fritz LangMusik Gottfried Huppertz (Kinomusik 1927)Darsteller Brigitte Helm Maria als MaschinenmenschAlfred Abel als Johann "Joh" FredersenGustav Fröhlich als Freder FredersenRudolf Klein-Rogge als Erfinder RotwangFritz Rasp als Der SchmaleTheodor Loos als Josaphat / JosephErwin Biswanger als Nr. 11811Heinrich George als Wärter der Herzmaschine GrothOlaf Storm als JanHanns Leo Reich als MarinusHeinrich Gotho als ZeremonienmeisterMargarete Lanner als Dame im Auto + Frau der ewigen GärtenMax Dietze als ArbeiterGeorg John als ArbeiterWalter Kurt Kühle als ArbeiterArthur Reinhardt als ArbeiterErwin Vater als ArbeiterGrete Berger als ArbeiterinOlly Boeheim als ArbeiterinEllen Frey als ArbeiterinLisa Gray als ArbeiterinRosa Liechtenstein als ArbeiterinHelene Weigel als ArbeiterinBeatrice Garga als Frau der ewigen GärtenAnnie Hintze als Frau der ewigen GärtenMargarete Lanner als Frau der ewigen GärtenHelen von Münchhofen als Frau der ewigen GärtenHilde Woitscheff als Frau der ewigen GärtenFritz Alberti als chöpferischer MenschProduktionsfirma Universum-Film AG (UFA) (Berlin)Produzent Erich PommerDreharbeiten 22.05.1925-30.10.1926: Filmwerke Staaken, Ufa-Atelier NeubabelsbergErstverleih UFA-Filmverleih GmbH (Berlin)Die UFA (ehemals Universum Film AG; heute UFA Film & TV Produktion GmbH) ist ein traditionsreiches deutsches Filmunternehmen mit Sitz in Potsdam und mit einer wechselvollen Geschichte.Am 18. Dezember 1917 wurde die Universum Film als Antwort auf die ausländische Filmkonkurrenz und Propaganda von einem Konsortium unter der Leitung des Vorstandsmitglied der Deutschen Bank, Emil Georg von Stauß, gegründet. 1925 kam es aus finanziellen Gründen zu einer Zwangskooperation mit den amerikanischen Produzenten Paramount und Metro-Goldwyn-Mayer zur Parufamet, bis 1940 enthielten die UFA-Kriegswochenschauen noch den Hinweis auf die Zusammenarbeit mit Paramount.Im März 1927 kaufte Alfred Hugenberg, der Medienunternehmer und spätere Minister für Wirtschaft, Landwirtschaft und Ernährung im Kabinett H., die Ufa auf und übertrug sie 1933 an die N..Aufgrund der G. durch die N. wurden 1942 Ufa und alle Konkurrenten Tobis, Terra, Bavaria Film sowie Wien-Film mit allen erbeuteten ausländischen Filmproduktionsfirmen zu einem einzigen Konzern, der Ufa-Film (Ufi), mit Sitz in Berlin zusammengelegt.Nach der Besetzung des Ufa-Geländes durch die Rote Armee 1945 und der Privatisierung von Bavaria und Ufa 1956 wurde die Universum Film AG von einem Bankenkonsortium übernommen.Von der Deutschen Bank, die Hauptaktionärin der Ufa war und als Konsortialführerin der Aktionäre die Geschäftspolitik bestimmte erwarb 1964 der Bertelsmann-Generalbevollmächtigten Manfred Köhnlechner - »Es ergab sich die Frage, warum nicht das Ganze nehmen, da waren noch ganz nette Perlen drin« im Auftrag von Reinhard Mohn, die komplette Universum Film AG (Ufa), welche zwar bilanzmäßig stark verschuldet war für etwa fünf Millionen Mark, und wenige Monate später die Ufa-Filmtheaterkette für knapp elf Millionen Mark. Heute ist die UFA Film & TV Produktion GmbH (UFA) die Dachgesellschaft aller Produktionsaktivitäten der Bertelsmann/FremantleMedia in Deutschland. Unter dem Dach der UFA agieren acht Tochtergesellschaften: UFA Fernsehproduktion, UFA Entertainment, Grundy UFA, Grundy Light Entertainment, UFA Cinema, Teamworx, Phoenix Film sowie UFA Brand Communication.GeschichteGründung (1917) Eine Vorstufe zur Gründung der UFA war das von der Obersten Heeresleitung am 13. Januar 1917 eingerichtete Bild- und Filmamt (Bufa). Die Aufgabe dieser Behörde, die als Reaktion auf den empfundenen Vorsprung der Feinde auf dem Gebiet der filmischen Propaganda gegründet wurde, bestand darin, auch im eigenen Land den Film für die psychologische Kriegführung nutzbar zu machen.Die Pläne des deutschen Generalstabs, insbesondere von Erich Ludendorff, gingen jedoch weit über die Einrichtung des Bufa hinaus. Ihm schwebte ein großer Filmkonzern vor, der – vom Staat gesteuert – den nationalen Interessen dienen sollte. Unter diesem Vorzeichen wurde die Universum-Film AG (UFA) am 18. Dezember 1917 in Berlin als Zusammenschluss privater Filmfirmen gegründet. Das Startkapital der Firma, an der neben der Reichsregierung und dem Kriegsministerium auch die Deutsche Bank beteiligt war, betrug 25 Millionen Reichsmark. Aufsichtsratsvorsitzender wurde der Direktor der Deutschen Bank, Emil Georg von Stauß.Statt der Neugründung hatte der Generalstab zunächst auch eine Übernahme der erst 1916 gegründeten Deutschen Lichtbild-Gesellschaft e. V. (DLG) in Betracht gezogen, die jedoch zu stark unter dem Einfluss der Schwerindustrie und von Alfred Hugenberg stand, um den Interessen Ludendorffs zu entsprechen.Stummfilmzeit (1918–1930)Da Deutschland durch den Krieg von Filmimporten weitgehend abgeschnitten war, hatte der neue Konzern für die Eroberung des deutschen Marktes ideale Ausgangsbedingungen.Zur Aufgabe der UFA war bei ihrer Gründung die Produktion von Filmen – Spielfilmen, Dokumentarfilmen, Kulturfilmen und Wochenschaubeiträgen – erklärt worden, die im Ausland Propaganda für Deutschland machen sollten. Nachdem es jedoch zu Spannungen zwischen den Gründungsmitgliedern kam, setzte sich bald die Deutsche Bank durch, die mit der Filmproduktion eher geschäftliche als militärische Interessen verband. Statt der Propagandafilme wurden nun aufwändige Unterhaltungsfilme wie Sumurun (Ernst Lubitsch, 1920) hergestellt.1921 wurde die UFA, die inzwischen bereits den Löwenanteil der deutschen Kinofilme produzierte, privatisiert. Ab 1922 standen für die Filmproduktion große Ateliers in Neubabelsberg, heute Potsdam-Babelsberg, und Berlin-Tempelhof an der Oberlandstraße zur Verfügung, die 1926 durch den Bau der damals größten Atelierhalle Europas erweitert wurden. Nachdem 1923 u. a. die Decla-Bioscop AG übernommen wurde und Erich Pommer Chef aller Produktionsbetriebe wurde und zahlreiche Stars entdeckte und aufbaute – u. a. Emil Jannings, Pola Negri, Conrad Veidt und Lya de Putti –, erfuhr die UFA einen weiteren Aufschwung und wurde mit Filmen wie Dr. Mabuse (1922), Die Nibelungen (1924) und Faust (1926) zur direkten Konkurrenz für Hollywood.Hugenberg (1927–1933)1927 befand sich die UFA in großen finanziellen Schwierigkeiten. Durch die Stabilisierung der deutschen Währung ab November 1923 geriet die deutsche Filmbranche allgemein in eine Krise, der Auslandsabsatz stagnierte durch nun sehr niedrige Gewinnspannen, und der deutsche Markt wurde besonders für amerikanische Filmriesen wieder rentabel. Die folgende Konzentration auf einige große deutsche Filmkonzerne die Produktion, Vertrieb und Vorführung unter einem Dach vereinten, um konkurrenzfähig zu bleiben, zehrte am Stammkapital der UFA. Zudem verkalkulierten sich die Verantwortlichen wirtschaftlich mit den Großproduktionen der Jahre 1924 bis 1926, „Die Nibelungen“ und Metropolis. Verschärft wurde die Situation der UFA überdies durch die Folgen eines Knebelvertrages, den sie 1925 mit den amerikanischen Firmen Paramount und Metro-Goldwyn-Mayer abgeschlossen hatte (Parufamet-Vertrag). Alfred Hugenberg – Vorsitzender der Deutschnationalen Volkspartei und Besitzer der Scherl-Gruppe, eines machtvollen Medienkonzerns – kaufte die vom Bankrott bedrohte Firma im März 1927 auf. Neuer Generaldirektor wurde Ludwig Klitzsch. Den Vorsitz des Aufsichtsrates übernahm Hugenberg selbst; sein Stellvertreter wurde der Bankier Emil Georg von Stauß.An der Produktionspolitik der UFA änderte sich dadurch zunächst nichts. 1928 wurde Produktionschef Erich Pommer durch Ernst Hugo Correll abgelöst, der die Firma durch die Umstellung auf den Tonfilm führte. Durch einen Vertrag mit der Tobis-Klangfilm, der für sie die Lizenzlage vereinfachte, hatte die UFA gegenüber kleineren Unternehmen bei der Tonfilmproduktion einen erheblichen Vorsprung. Einen weltweiten Erfolg erzielte sie 1930 mit dem Film Der blaue Engel.Verstaatlichung (1933–1942)Die UFA war durch den deutschnationalen Geist, der in ihr herrschte, perfekt auf die Zwecke der n. Propaganda zugeschnitten. Zudem wurde Hugenberg gleich nach der n. M. vom 30. Januar 1933 zum Reichswirtschaftsminister ernannt. Begünstigt durch diese Personalunion stellte er die UFA nun offen den Propagandazwecken von J. G. zur Verfügung, auch wenn er bereits im Juni 1933 auf Druck von H. wieder aus dem Amt entlassen wurde. So beschloss der Vorstand der UFA in vorauseilendem Gehorsam gegenüber dem n. Regime bereits am 29. März 1933, sich von zahlreichen jüdischen Mitarbeitern zu trennen, während das ..-Regime erst im Sommer des Jahres mit der Einrichtung der R. eine Verordnung zum Ausschluss jüdischer Filmschaffender erließ.1936 wurde mit der von Hans Traub auf dem Filmgelände Babelsberg eingerichteten Ufa-Lehrschau das erste Filminstitut in der deutschen Geschichte gegründet.G. brachte systematisch neben den übrigen Medien-Unternehmen auch die UFA unter die Kontrolle seines P. Am 18. März 1937 musste der Hugenberg-Konzern seine UFA-Aktien für 21,25 Millionen Reichsmark an die Cautio Treuhand GmbH verkaufen, eine quasi-staatliche Holdinggesellschaft, die im Auftrag von G. arbeitete. Damit war die UFA faktisch verstaatlicht. Neuer Aufsichtsratsvorsitzender wurde Emil Georg von Stauß, Generaldirektor blieb Ludwig Klitzsch, Pressechef wurde Carl Opitz. Im Mai wurde ein von Carl Froelich geleiteter, tatsächlich jedoch von G. gesteuerter Kunstausschuss gegründet, der direkten Einfluss auf die Produktionsplanung der UFA nahm und die Kompetenzen des Produktionschefs, Ernst Hugo Correll, erheblich beschnitt. Nachdem Correll sich auch noch weigerte, der N. beizutreten, wurde er 1939 entlassen.Zu den Produktionseinrichtungen der UFA zählten zum Zeitpunkt ihrer Verstaatlichung 27 Filmateliers, davon neun in Neubabelsberg (Potsdam-Babelsberg) und sieben in Berlin-Tempelhof, darunter auch drei, die nur noch der Form nach der Carl Froelich-Film GmbH gehörten. Daneben verfügte die UFA über zwei Studios zur Nachsynchronisation, ein Mischstudio, zwei Trickstudios, zwei Ateliers für Werbefilme, eines für Zeichentrickfilme und ein kleines Ausbildungsatelier.Staatliches Filmmonopol: Die UFI (1942–1945)Die UFA erlebte unter den N. eine erneute kommerzielle Hochblüte, nicht zuletzt dank zahlreicher protektionistischer Maßnahmen, mit denen das Regime die Firma z. B. von lästiger in- und ausländischer Konkurrenz befreite und ihr deren Produktionseinrichtungen und -stäbe eingliederte. Mit der Besetzung fast ganz Europas beschaffte der n. Staat der UFA obendrein neue Absatzmärkte. Nachdem sie während des Krieges Produktionseinrichtungen u. a. in Frankreich und Belgien übernommen hatte, fand ein Drittel ihrer Umsätze im Ausland statt. Der wirtschaftliche Höhenflug der UFA ermöglichte einen weiteren Ausbau des bereits in der Stummfilmzeit begründeten Starsystems. Die höchstbezahlten Stars der UFA waren im D. R. Hans Albers und Zarah Leander; unter den Regisseuren war es Veit Harlan, der die höchsten Gagen erhielt.Am 10. Januar 1942 wurde die UFA schließlich zum Kern der UFA-Film GmbH (UFI), in der die gesamte deutsche Filmproduktion zusammengefasst war. Weitere eingegliederte Firmen waren die Bavaria Film, die Berlin-Film, die Terra Film, die Tobis AG, die Prag-Film und die Wien-Film.Die Personalhierarchie der UFA wurde dem n. F. entsprechend reorganisiert. Die Koordination der einzelnen Zweigbetriebe des UFI-Konzerns war Aufgabe des neu eingesetzten Reichsfilmintendanten. Ihm unterstanden die Produktionschefs, die für die Gesamtplanung der Jahresprogramme und der Gestaltung der Stoffe bis zur Drehreife verantwortlich waren und wiederum den Produktionsgruppenleitern und Regisseuren ihre Weisungen erteilten.Nachkriegszeit: Entflechtung und Reprivatisierung [Bearbeiten]Ende April 1945 wurden die UFA-Ateliers in Potsdam-Babelsberg und Berlin-Tempelhof von Einheiten der Roten Armee besetzt. Nachdem die deutsche Wehrmacht am 7. und 9. Mai bedingungslos kapituliert hatte, wurde mit dem Military Government Law No. 191 zunächst jede weitere Produktion von Filmen untersagt. Mit dem Military Government Law No. 52 wurde am 14. Juli das gesamte reichseigene Filmvermögen der UFI-Holding beschlagnahmt. Jegliche Tätigkeit in der Filmindustrie wurde unter strenge Lizenzierungsvorschriften gestellt und die Filme einer Zensur unterzogen.Die sowjetische Militärregierung, der an einem raschen Wiederaufbau der deutschen Filmindustrie unter sowjetischer Aufsicht gelegen war, gliederte die Babelsberger Ateliers der am 17. Mai 1946 gegründeten DEFA ein.Die Mörder sind unter uns ist der erste deutsche Spielfilm der Nachkriegsgeschichte und der erste deutsche Trümmerfilm. Er wurde 1945/46 durch die DEFA in den Althoff-Ateliers in Babelsberg und in den Jofa-Ateliers in Berlin-Johannisthal gedreht. Regie und Buch stammten von Wolfgang Staudte.Das filmpolitische Hauptziel der westlichen Besatzungsmächte bestand hingegen darin, künftig jegliche Machtanhäufung in der deutschen Filmindustrie zu verhindern. Auch hatten die westlichen Alliierten mehr Interesse daran, den deutschen Kinomarkt für die eigenen Erzeugnisse zu erschließen, als die deutsche Filmindustrie schnell wieder Fuß fassen zu lassen. Trotz des von der amerikanischen und der britischen Militärregierung erlassenen „Lex UFI“ (September 1949) und eines vom Deutschen Bundestag verabschiedeten Entflechtungsgesetzes (Juni 1953) ging die Reorganisation darum nur sehr zögerlich vonstatten.Erst 1956 kam es zur Ausgliederung der Bavaria und zur Reprivatisierung der Rest-UFA. Hinter der Gründung der neuen Universum-Film AG, zu deren Produktionseinrichtungen das Afifa-Kopierwerk und die Ateliers in Berlin-Tempelhof gehörten, stand ein Bankenkonsortium unter der Führung der Deutschen Bank. Vorstandsvorsitzender wurde Arno Hauke, der bisherige Generaltreuhänder für das UFI-Vermögen in der britischen Zone. Der erste Film der Universum-Film AG, ein Kurzdokumentarfilm mit dem Titel Am Seidenen Faden, kam 1955 heraus. 1958 erschien der erste Spielfilm, Stefanie, mit Sabine Sinjen. Regie führte Josef von Baky, der 1942 den großen UFA-Jubiläumsfilm Münchhausen gedreht hatte. Nach zehn weiteren Spielfilmen, in denen bewährte Filmkünstler wie Kurt Bernhardt, Wilhelm Dieterle, Helmut Käutner und Wolfgang Liebeneiner, aber auch Neulinge wie Peter Beauvais, Rolf von Sydow und Georg Tressler, Regie geführt hatten, wurde die Kinofilmproduktion 1961 ganz eingestellt.Bertelsmann (ab 1964) [Bearbeiten]Im Jahr 1964 erwarb Bertelsmann die Universum-Film AG sowie sämtliche Anteile an der UFA-Theater AG. Um den Ausverkauf der Filmrechte der alten UFA zu verhindern, wurde auf Betreiben der Bundesregierung und der Filmwirtschaft die in Wiesbaden ansässige Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung errichtet, die 1966 die Rechte an den UFA- und Bavaria-Filmen erwarb und seither verwaltet, lagert und restauriert. 1972 erwarb die Riech-Gruppe die UFA-Theater AG und führt diese mit einer Lizenz von Bertelsmann unter dem UFA-Rhombus weiter. Das UFA-Namensrecht verbleibt indes bei Bertelsmann. Es kam unter Werner Mietzner zu einer Renaissance der UFA-Produktionen in der UFA Fernsehproduktion. Mit dem Start des Privatfernsehens in Deutschland 1984 bündelte die Bertelsmann-Gruppe ihre Film- und Fernsehaktivitäten in einer neuen Holding. Über die UFA Film und Fernseh GmbH in Hamburg werden auch Beteiligungen an Hörfunk- und Fernsehsendern wie RTL und Premiere gehalten sowie neue Film-und Sportrechte aufgebaut und vermarktet.Seit Herbst 1991 stehen die Produktionsfirmen der UFA Berlin mit neuem Logo unter der Leitung von Wolf Bauer, Norbert Sauer und Axel Reick. Sie entwickeln die UFA Film & TV Produktion zum größten deutschen Produktionsunternehmen. Preisgekrönte Fernsehfilme, langlaufende Formate der leichten Unterhaltung, quotenstarke Seifenopern, Serien-Dauerbrenner, Sitcoms und Non-Fiction-Programme machen die UFA mit über 2800 gesendeten Programmstunden im Jahr zum Marktführer des deutschen Fernsehmarktes. Anfang 1994 fusioniert die Holdinggesellschaft UFA Hamburg (jetzt Köln) mit der CLT in Luxemburg zur CLT-UFA. Im April 2000 kommt es zu einem Zusammenschluss mit Pearson TV und zur Bildung der RTL Group, an der Bertelsmann ab Ende 2001 die Mehrheit (90,4%) hält. Alle weltweiten Produktionsaktivitäten der RTL Group sind in der FremantleMedia zusammengefasst, die UFA wiederum ist Dachgesellschaft aller Produktionsaktivitäten der FremantleMedia in Deutschland. UFAInteractive, eine kleine, der Holding unmittelbar zugeordnete Tochter, soll sich selbständig und die größeren beratend um Innovationsbedarf kümmern: wie Programminhalte für Mobilfunk und Spartenkanäle.TochtergesellschaftenUFA Cinema GmbHUFA EntertainmentUFA FernsehproduktionUFA FilmproduktionUFA Film- & Medienproduktion GmbHUFA InteractiveGRUNDY Light Entertainment GmbHGrundy UFA (Grundy UFA Baleares, Magyar Grundy UFA)Phoenix FilmteamWorxPassionBekannte Filme in den 1920/30er JahrenIhre Blütezeit erlebte die UFA in den 1920er und 1930er Jahren. Während dieser Zeit hatte sie maßgeblichen Anteil an der deutschen Filmgeschichte. Zu den bekanntesten Produktionen der UFA gehören:1922: Dr. Mabuse, der Spieler (Regie: Fritz Lang)1924: Die Nibelungen (Regie: Fritz Lang)1927: Metropolis (Regie: Fritz Lang)1930: Der blaue Engel (Regie: Josef von Sternberg)1930: Die Drei von der Tankstelle (Regie: Wilhelm Thiele)1930: Einbrecher (Regie: Hanns Schwarz)1931: Der Kongreß tanzt (Regie: Erik Charell)1931: Der Mann, der seinen Mörder sucht (Regie: Robert Siodmak)1931: Bomben auf Monte Carlo (Regie: Hanns Schwarz)1931: Meine Frau, die Hochstaplerin (Regie: Kurt Gerron)1932: Es wird schon wieder besser (Regie: Kurt Gerron)1933: Ich und die Kaiserin (Regie: Friedrich Hollaender)1937: Der Mann, der Sherlock Holmes war (Regie: Karl Hartl)1941: Frauen sind doch bessere Diplomaten (Regie: Georg Jacoby; der erste deutsche Spielfilm in Farbe)1943: Münchhausen (Regie: Josef von Baky; der Spielfilm in Farbe zum 25. Jubiläum)1944: Die Feuerzangenbowle (Regie: Helmut Weiss)1945: Kolberg (Regie: Veit Harlan; monumentaler Propagandafilm kurz vor dem Zusammenbruch des Dritten Reiches)1946: Unter den Brücken (Regie: Helmut Käutner)Bekannte Regisseure der UFABekannte Regisseure der UFA in der Stummfilmzeit und frühen Tonfilmzeit waren Ludwig Berger, Paul Czinner, Wilhelm Dieterle, Ewald André Dupont, Karl Grune, Fritz Lang, Ernst Lubitsch, Joe May, Friedrich Wilhelm Murnau, Arthur Robison, Hanns Schwarz, Paul Ludwig Stein, Wilhelm Thiele.Zwischen 1933 und 1942 waren die Hausregisseure unter anderem Carl Boese, Eduard von Borsody, Peter Paul Brauer, Karl Hartl, Georg Jacoby, Gerhard Lamprecht, Herbert Maisch, Paul Martin, Karl Ritter, Reinhold Schünzel (bis 1936), Detlef Sierck (bis 1938), Hans Steinhoff, Robert A. Stemmle, Viktor Tourjansky, Gustav Ucicky und Erich .
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